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Wie es klappt beim Stillen – meine Stilltipps!

Wer mich bei Instagram verfolgt und wer mich privat kennt, weiss, dass ich eine grosse Verfechterin vom Stillen bin. Mittlerweile ist mein viertes Kind 2,5 Jahre und ich stille noch immer. Wenn ich alle Monate zusammenzähle, so stille ich nun knapp 6 Jahre. Wie lange unser #breastfeedingjourney noch anhält, weiss ich nicht. Solange meine Mini es noch wünscht und es für mich stimmt, werden wir bestimmt noch weiterstillen.

Warum überhaupt stillen?

Es gibt kaum etwas besseres was eine Mutter für ihr Kind tun kann wie stillen. Muttermilch beinhaltet genau die Nährstoffe, die das Kind braucht. Stillen ist eigentlich das natürlichste und beste Geschenk das uns die Natur zur Verfügung stellt: Das Kind bleibt eng verbunden mit der Mutter während sie es direkt ernährt. Doch Stillen ist so viel mehr. Durch die spezielle Zusammensetzung der Milch entwickelt sich das Immunsystem des Kindes ideal. Und die Muttermilch ist fürs Baby am bekömmlichsten.

Frühgeborene überleben ohne Muttermilch kaum

Wusstest du, dass Frühgeborene ohne Muttermilch oft nicht überleben? Auch ich wusste das nicht. Doch als ich beim 3. Kind zuviel Milch hatte, wurde ich von Hebammen gefragt, ob ich nicht spenden möchte. Ich brauchte nicht zu überlegen und spendete während Monaten anonym an ein Frühchen. Es gibt genaue Bestimmungen: Das Kind darf nicht mehr als 3-4 Monate Reifeunterschied haben mit dem eigenen Kind. Weiter musste ich regelmässige Untersuchungen machen und die Hygienevorschriften streng einhalten.

Doch die Milch geht nur an ein Kind. Das heisst, meine Midi hat sozusagen eine Seelenverwandte, die nur durch meine Muttermilch überlebt hat. Dieses Gefühl erfüllte mich mit Glückseligkeit und machte mich unheimlich stolz.

Jede Mutter hat genug Milch

Statistisch gesehen stillen noch immer viel weniger Mütter ihr Kind als es die Natur eigentlich vorsieht. Denn fast alle Frauen (über 97%) hätten genügend Milch um das eigene Kind (auch wenn es Zwillinge oder Drillinge sind) zu stillen während ganzen 6 Monaten. Und danach neben der eingeführten Beikost solange wie das Kind es braucht weiterzustillen. Das wäre eigentlich von der Natur aus so gedacht. Denn wenn es keine Industrienahrung gäbe, keine Kochmöglichkeiten und keinen Mixer, so wären wir fürs Überleben gezwungen mindestens solange zu stillen, wie das Kind kein volles Gebiss hat. Doch leider gibt es immer wieder den Irrglauben, dass ein Kind nur die ersten Monate über gestillt werden muss. Ich gebe zu, auch ich war in diesem Glauben – bis ich mein zweites Kind bekam und mehr darüber anfing zu lesen. Genau dies ist der Grund, warum ich mich nun auch auf den Sozialen Netzwerken dafür einsetze, dass Mütter es besser wissen.

Langzeitstillen ist eigentlich normal

Eine Mutter produziert solange Milch, wie sie stillt. Das natürliche Abstillalter liegt zwischen 4 und 7 Jahren. Die Muttermilch passt sich täglich perfekt den Bedürfnissen des Kindes an. Und die verändern sich, sie werden aber keineswegs unwichtig. Wie oft werde ich (unsanft) gefragt wann ich endlich aufhöre zu stillen? Das denkt man nicht, aber leider ist es noch immer so. Selbst mir nachstehende Menschen meinen, ich hätte aufhören sollen zu stillen. Doch warum nur? Obwohl zahlreiche Studien belegen, gestillte Kinder besser überlebensfähig und wenige anfällig auf Krankheiten sind, herrscht soviel Unwissenheit in der Bevölkerung. Es ist klar, dass künstlich gefütterte Kinder heutzutage auch überleben können, doch es ist nicht sicher, dass sie auch als Erwachsene gesund sein werden. Bei einer grossen Anzahl an chronischen Krankheiten bis zu Krebs wurde vorzeitiges Abstillen als Risikofaktor erkannt (Dr. Catherine Dettwyler, „Benefits of Breastfeeding beyond six months“ zitiert in Uebersstillen.org)

Vorteile vom Stillen fürs Kind

Die Vorteile fürs Stillen bis 2 Jahre sind deutlich:

  • stärkeres Immunsystem
  • weniger Kieferfehlstellungen
  • weniger Darmkrankheiten
  • tieferes Risiko für Kinderkrebs
  • besserer Sinnesentwicklung (Intelligenzquotient, Schulerfolg)

Im Allgemeinen ist bewiesen worden, dass die Kinder, die am längsten gestillt wurden am besten abgeschnitten haben, respektive, dass je kürzer die Stilldauer war, desto grösser die Probleme in der Sinnesentwicklung waren. Leider gibt es keine mir bekannte Studie, die belegt, dass die Gesundheitsvorteile auch nach 24 Monaten noch anhalten. Im Gegenzug gibt es aber auch keine, die zeigt, dass es keine Gesundheitsvorteile mehr gibt.

Am Wichtigsten dabei ist sich zu merken, dass die Milchbildung ein starkes Überlebensmittel ist. Und nebst dem Überleben bringt die Stillnahrung unzählige Vorteile, die positiv auf die Entwicklung eines Babies einzahlen. Es ist deswegen nur in sehr wenigen und aussergewöhnlichen Momenten nötig von industriell hergestellter Nahrung Gebrauch zu machen.

Es ist übrigens auch möglich ein adoptiertes Baby zu stillen! Man kann eine beachtliche Menge an Milch produzieren. Es ist einfach etwas anders, als wenn das Kind im Bauch heranwächst. Man muss den Körper sozusagen daran gewöhnen. Wie das geht, kannst du hier nachlesen: Stillen eines adoptierten Kindes

MOMof4 Stilltipps

Ok, du denkst, du hast nun genug gelesen und möchtest unbedingt direkt wissen wie es denn am Besten geht? Natürlich findest du hier meine Stilltipps. Für alte Hasen wie mich, ist es vielleicht nicht so interessant, doch hier habe ich sie alle mal aufgeschrieben für eher unerfahrene Mamas:

  1. Stillen ist etwas ganz natürliches – hab Vertrauen in dich und das Baby
  2. Ich habe mein Kind schon im Gebärsaal an mich genommen und es das erste Mal angesetzt
  3. Der Milcheinschuss kommt erst etwa am dritten Tag – verzweifle nicht und setze dein Kind trotzdem an. Dein Körper muss das Signal erleben, dass das Kind Milch braucht.
  4. Jedes Saugen signalisiert dem Körper „mehr Milch“. Die Reizung bis zur Mehrproduktion ist ca. 48 Stunden. D.h. es kann jeweils sein, dass man 2 Tage das Gefühl hat, es reiche nicht. Doch nicht aufgeben – die Menge passt sich dann an!
  5. Der C-Griff ist einfach zu lernen. Greife deine Brust mit der einen Hand und setze das Kind mit der anderen an.
  6. Versuche auch verschiedene Lagen – wenn du auf der Seite liegst, leert sich die Brust ideal und du bist nicht verkrampft
  7. Das Kind muss den ganzen Warzenhof im Mund haben – so werden die Milchdrüsen besser stimuliert und du hast weniger Schmerzen. Wenn das Kind den Mund zuwenig aufmacht, einfach nochmals versuchen.
  8. Nie das Kind wegziehen – immer zuerst Vakuum lösen. Ich mache das mit einem Finger, den ich sanft dazwischen schiebe.
  9. Wenn deine Brustwarzen anfangs schmerzen, fasse sie nicht fest an, reibe sie nicht mit viel Salbe ein – versuche erst einfach Muttermilch darauf eintrocknen zu lassen. Dann kannst du ein Wundpflaster drauftun. Beim nächsten Stillgang einfach zur Seite kleben und wieder drauf. Sie sind mehrmals verwendbar.
  10. Schau, dass deine Brustwarzen immer schön warm sind. Das zieht gemäss Studien das Kind an und es findet die Brust besser.
  11. Achte darauf, dass du das Kind zur Brust führst und nicht umgekehrt.
  12. Die ersten drei Monate produziert der Körper der Mutter Milch im Überfluss (wenn die Brust genügend gereizt wird). Danach passt sich die Produktion immer mehr der Nachfrage an. Drosselt man die Nachfrage (z.B. mit Beikost), dann geht die Milchproduktion etwas zurück. Doch sie kann auch wieder erhöht werden.
  13. Auch arbeitende Mütter können stillen. Man hat anfangs das Recht während der Arbeitszeit stillen zu gehen. Danach kann man weiterhin abpumpen (ich empfehle alle 4 Stunden). Ich nahm Joghurtgläser mit und frierte die Milch direkt ein.
  14. Die übrige Milch gebrauchen für ein Babybad anstatt von Seife.
  15. Achtung bei drohender Mastitis. Unbedingt auch bei grossem Schmerz weiterstillen. Die Brust muss entleert werden. Kühlende Umschläge helfen gegen eine Entzündung. Beim Duschen Brust etwas massieren und ausstreichen. So lösen sich Stauungen.
  16. Das Stillkind braucht nebst der Muttermilch weder Tee noch Wasser. Die Muttermilch passt sich den klimatischen Bedingungen an und wird mehr oder weniger Flüssigkeit resp. Nährstoffe enthalten.
  17. Die beste Seite, die mich am meisten geprägt hat ist und wo du viel nachlesen kannst ist die www.uebersstillen.org

So, für weitere praktischen Tipps und Ratschläge im Zusammenhang mit dem Stillen bitte ich dich mich zu kontaktieren. Ich beantworte sehr gerne alle Fragen. Es ist mir wichtig, dass auch du ein schönes Stillverhältnis mit deinem Säugling haben kannst.

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